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Kennst du das? Grade wusstest du ganz sicher noch, was du im Keller wolltest. Aber jetzt stehst du unten und hast keine Ahnung mehr…
Du willst dich auf deine Arbeit oder das Gespräch mit deinem Partner konzentrieren, aber deine Gedanken schweifen ständig ab..
Du wolltest dich eigentlich noch mit Freunden treffen, aber irgendwie ist dir grade alles zu viel..
Und überhaupt ist irgendwie grade schnell alles zu laut..

Vielleicht kennst du das alles gar nicht von dir, aber Ayurvedisch gesehen gibt es eine simple Erklärung dafür, dass wir grade öfters mal „durch den Wind“ sind.

Die Doshas und ihre Wirkung im Körper

„Dosha“ bedeutet „Fehlerpotenzial“ oder „Was einen Fehler verursachen kann“. Im Ayurveda gibt es 3 verschiedene dieser Bioenergien. Sie setzen sich aus jeweils 2 Elementarkräften zusammen und sind in allem Lebenden vorhanden. Auch in uns Menschen. Jedes Lebewesen hat eine völlig individuelle Zusammensetzung der 3, die „Grundkonstitution“. Aber durch das, was wir essen, das Wetter oder unser Umfeld können sich ein oder mehrere Doshas im Körper ansammeln. So entstehen „Ungleichgewichte“.

Diese Ungleichgewichte sind die Ursache für Unwohlsein, „Aus der Mitte Kommen“ und letzten Endes auch für Krankheiten.

Das Vata Dosha und seine Eigenschaften

Vata setzt sich zusammen aus dem Luft- und Ätherelement. Man könnte auch „Leere“ dazu sagen, oder kosmische Energie.

Dir fällt sicher auf, dass das schwer vorstellbar ist, weil es nicht stofflich ist. Wind können wir noch spüren, Luft kennen wir alle, schließlich atmen wir sie jeden Tag, aber Leere… Aber so ist das Vata Dosha auch. Sehr feinstofflich.

Du kannst es im Körper sehr gut spüren. Alle unwillkürlichen und willkürlichen Bewegungen beruhen auf Vata. Also der Schlag deines Herzens und die Bewegung deines Darmes genauso wie das Gehen, Reflexe oder die Bewegung deiner Finger auf den Maustasten während du das hier liest.

Außerdem ist es zuständig für die Weiterleitung von Nervenreizen und auch für die Hirnfunktion. Ausgeglichen macht es uns kreativ, flexibel im Geist, feinfühlig und leicht. Kennst du Menschen, denen Lösungen einfallen, auf die du nie gekommen wärst? Oder bist du vielleicht selber so jemand? So zeigt sich das Vata Dosha in Balance!

Vata im Ungleichgewicht

Wenn du einen Garten hast oder einen Balkon weißt du sicher, dass Wind stark austrocknet. Sogar noch stärker als Hitze. Das Vata Dosha bringt im Übermaß Trockenheit. Du kannst das an Haut und Haaren und an den Lippen (sie sind auch der Spiegel für den Darm) sehen, am Knacken der Gelenke hören. Viel Luft im Bauch hat auch mit dem Vata Dosha zu tun.
Aber wenn unser Gehirn „zu trocken“ wird äußert sich das anders.
Vielleicht fühlst du dich nervös, unkonzentriert, vergesslich. Der Schlaf wird zu leicht (die „Bettschwere“ fehlt). Morgens fühlst du dich vielleicht nicht ausgeruht, oder du wachst nachts auf und kannst nicht mehr einschlafen.

Wenn du viel am Computer sitzt verstärkt sich die Wirkung des momentanen Vata-Wetters (windig & trocken oder sehr wechselhaft), denn das Licht unserer modernen Kommunikationsgeräte und Lampen ist „gepulst“. Du kannst das sehen, wenn du ein Display filmst und verlangsamt wiedergibst. Manchmal kannst du es aber auch schon in normalen Aufnahmen sehen. Dieses Licht gibt ständig einen Reiz auf unser Nervensystem. Und dadurch auf das Vata Dosha.

Mit Gegenimpulsen zurück ins Gleichgewicht

Im Ayurveda ist des Ausgleich zum Glück sehr simpel. „Das Gegenteil gleicht aus“ heißt das Prinzip. So setzt du am besten sanfte Impulse in den anderen Doshas Pitta und Kapha um das hohe Vata auszugleichen. Du arbeitest also mit den Elementen Wasser, Erde und Feuer.

Wärme und Feuchtigkeit für mehr Entspannung

Das bedeutet, dass uns allen Wärme in Maßen grade sehr gut tut. Speisen und Getränke sollten mindestens zimmerwarm sein. Körperwarm wäre besser (mehr dazu im nächsten Blog).

Ein warmes Bad mit wärmenden Kräutern wie Lavendel, Pinie, Heublume oder Thymian. Es gibt wunderbare Badezusätze! Ich empfehle dir auf Naturkosmetik zu achten und im Bioladen, Reformhaus oder in einer gut sortierten Drogerie einzukaufen, denn in konvetionellen Badezusätzen sind oft Mineralölbestandteile oder künstliche Zusätze, die die Haut nicht nähren. Mein Favorit sind die Bäder der Firma Arya Laya (Reformhaus), die kannst du sogar auch als Saunaaufguss verwenden.

Beim saunieren ist es aus Ayurvedischer Sicht gut Folgendes zu beachten:

  • Nicht zu heiß (maximal 80 °C, eher Dampfbadwärme 50-60 °C)
  • Nicht zu trocken (Trockenheit erhöht Vata)
  • Kopf, Herzbereich und Genitalbereich kühlen (mit Tüchern oder kühlem Wasser)
  • Frauen saunieren nicht während der Menstruation & Schwangerschaft und kühlen die Gebärmutter mit (Unterbauch)
  • Nach dem saunieren sanft abkühlen (Kniegüsse, keine Bottichdusche), sonst steigt Vata wieder an
  • genug lauwarmes Wasser trinken, vor und nach dem Schwitzen
  • Elektrolyte ausgleichen mit selbst gekochter Gemüsebrühe (nicht aus Granulat oder Brühwürfel) oder Suppe

Ölmassagen mit warmem Öl und Wärmeanwendungen (Fango, warme Handtücher) entspannen die Muskeln und erden ganz wunderbar.

Und auch eine Wärmflasche am Abend für die Füße oder auf den Bauch gelegt helfen dir schneller zur Ruhe zu kommen. Gönn doch dabei auch deinen Augen eine kleine Auszeit und hör einfach für 15 Minuten schöne, ruhige Musik, lass die Gedanken schweifen ohne etwas zu „tun“. Vielleicht kommst du auch mit einer geführten Meditation oder Autogenem Training schneller bei dir an. Nimm dir einfach ein paar Minuten nach der Arbeit zum Aufwärmen und Ankommen.

Wärmendes aus der Gewürzküche

Erwärmende Gewürze kennst du aus dieser Zeit sicher schon: Ingwerpulver, Zimt, Nelken, Kümmel, Muskatnuss, Sternanis, Safran

Vorsicht bei Chilipulver! Denn zu viel Schärfe macht auch wieder trocken.

Eine goldene Milch oder eine Tasse Yogitee mit Milch abends hilft beim Einschlafen und gleicht überschüssiges Vata aus. Rezepte findest du überall im Internet. Falls du vegan lebst nimm bitte Mandeldrink oder Haferdrink. Sojadrink erhöht das Vata sehr stark.

Aufs richtige Fett kommt es an

Gute Öle nähren unser Gehirn und befeuchten alle Gewebe. Im Ayurveda wird Ghee (geklärte Butter) als das hochwertigste Fett bezeichnet. Es kühlt leicht (Wasser- und Erdelement), befeuchtet, wirkt Entzündungen entgegen und transportiert Nährstoffe in den Körper hinein und Giftstoffe raus.
Du kannst es als Alternative zu Butter verwenden und auch darin dünsten und sogar frittieren (wobei Frittiertes als sehr schwer verdaulich gilt).

Weitere hochwertige Fette und Öle für den Winter sind: Leinöl, Hanföl & Walnussöl. Bei Sonnenblumen- und Rapsöl kommt es stark auf die Qualität und den Geschmack an.

Kokosöl ist sehr schwer verdaulich und sollte nur in ganz kleinen Mengen verzehrt werden. Es eignet sich besser für die Pflege von Haut und Haar.

Speisen mit hohem Vata-Anteil

Bitterer, sehr scharfer und zusammenziehender Geschmack erhöhen das Vata Dosha. Wenn du solche Speisen zubereitest ergänze sie mit wärmenden Gewürzen. So bekommst du eine ausgeglichene, nährende Mahlzeit. Meide sehr scharfe Speisen ganz.

Tiefgekühltes, stark verarbeitetes Essen erhöht das Vata ebenfalls. Es ist also gut, besonders im Winter, frisch zubereitete Nahrung zu essen.

Regelmäßige Tagesrhythmen für mehr Balance

Wind hat etwas sehr unbeständiges. Konntest du das schon beobachten? Er weht selten längere Zeit am selben Ort mit der selben Intensität, oder?

Regelmäßigkeit und „Rituale“ im Alltag gleichen ein hohes Vata Dosha aus. Besonders vor dem Schlafen gehen helfen dir solche Rituale zur Ruhe zu kommen. Ein paar Ideen, wie solche Rituale aussehen können und wie ein „Ayurvedischer Tagesablauf“ aussehen kann schreibe ich euch im nächsten Blog.

Danke fürs Lesen, viel Spaß beim Umsetzen & Ausprobieren!

Deine

Chandradeva

 

 

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